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Reizdarm Tests fĂĽr zu Hause – Eine gute Idee?

Im Internet werden Sie immer wieder auf sogenannte “Heimtests” stoĂźen, die Ihnen versprechen, mit der Simplizität eines Schwangerschaftstests Aufschluss darĂĽber zu geben, ob Sie am Reizdarmsyndrom leiden oder nicht. 

Diese Tests dienen jedoch häufig nur dem Zweck, ihre Verkäufer reich zu machen – eine tatsächliche Diagnosehilfe sind sie nicht. Wenn Sie das GefĂĽhl haben, das Reizdarmsyndrom könnte die Erklärung fĂĽr Ihre Verdauungsprobleme und/oder Bauchschmerzen sein, dann suchen Sie am besten einen Arzt auf. 

Was hilft bei Reizdarm wirklich?

Viele Anbieter locken betroffene Menschen mit Reizdarm mit ĂĽbertriebenen Heilversprechen, aber was kann Ihnen wirklich weiterhelfen? Machen Sie den Test!

Festgelegte Kriterien, was ein Reizdarmsyndrom ist 

Es gibt nämlich klare Richtlinien, nach denen ein Reizdarmsyndrom eingeteilt und diagnostiziert wird. Dieser Symptomkatalog wird auch ROM IV genannt: Seit mehreren Jahren treffen sich Ärzte und Forscher in mehr oder weniger regelmäßigen Abständen in der italienischen Hauptstadt Rom und aktualisieren die Kriterien, nach denen ein Patient mit Reizdarmsyndrom diagnostiziert wird.

In der aktuellen 4. Version des Katalogs von 2016 stehen diese Punkte bei der Diagnose im Vordergrund:  

  1. Grundlegend ist ein wiederkehrender Bauchschmerz (mind. einmal pro Woche, mind. seit drei Monaten)  
  2. Zusammenhang zwischen Bauchschmerz und Stuhlgang 
  3. Verschobene Häufigkeit des Stuhlgangs 
  4. Veränderte Form des Stuhls 

Bevor der Arzt zur Diagnose Reizdarm kommt, schlieĂźt er zunächst andere mögliche Erkrankungen (etwa Darmkrebs) aus. DarĂĽber hinaus mĂĽssen nicht alle Punkte erfĂĽllt sein, um das Reizdarmsyndrom zu diagnostizieren. Sie sehen also schon: Zu einer ordentlichen Krankheitsbestimmung gehört viel mehr als ein einfacher Test im Internet. 

So läuft eine professionelle Reizdarm-Diagnose ab

Mittels einer Stuhluntersuchung erfährt der Arzt mehr darüber, um welchen Reizdarmtyp es sich handelt. Es gibt nämlich 4 verschiedene Einstufungen: Grob unterteilt können diese als Verstopfungs-Reizdarm, Durchfall-Reizdarm, Wechsel-Reizdarm (Durchfallphasen und Verstopfungsphasen) und nicht kategorisierbarer Reizdarm eingeordnet werden.

Bei der Bewertung des Stuhls orientiert sich der Arzt an dessen Form, denn die ist fĂĽr die Einordnung ausschlaggebend: Nach der Bristol-Stool-Form-Scale können diese Stuhlformen den jeweiligen  Reizdarmtypen zugeteilt werden: 

Verstopfungs-Reizdarm:

  • Typ 1: Harte, vereinzelte Klumpen, Schwierigkeiten bei der Ausscheidung 
  • Typ 2: Klumpig, aber zusammenhängend, Schwierigkeiten bei der Ausscheidung

Gesunde Stuhlform: 

  • Typ 3: WĂĽrstchen: weich, rissig
  • Typ 4: WĂĽrstchen: glatt

Nicht kategorisierbarer Reizdarm: 

  • Typ 5: Klumpig, aber nicht zusammenhängend, weich, keine Schwierigkeiten bei der Ausscheidung 

Durchfall-Reizdarm: 

  • Typ 6: StĂĽcke: lose, locker
  • Typ 7: Masse: breiig, wässrig, flĂĽssig 

Die Schwere des Reizdarmsyndroms beurteilt der Mediziner dann nach Ausprägung und Alltagsbeeinträchtigung in die Kategorien leicht, mittel und schwer. 

Was hilft bei Reizdarm weiter?

Welche Medikamente und MaĂźnahmen in Ihrer Situation weiterhelfen, finden Sie in einem kurzen Test heraus:

Fazit: Finger weg von Selbsttests! 

Ausschlaggebend fĂĽr die richtige Diagnostizierung ist die medizinische Fachmeinung. Verzichten Sie daher auf Heimtests, die im Internet angepriesen werden. Diese können missverständlich, ungenau oder gänzlich falsch sein. 

Sie ersetzen auch niemals den Arztbesuch, schon allein deshalb, weil dort andere Erkrankungen ausgeschlossen werden können. 

Übrigens: Ein Reizdarmsyndrom wird von Medizinern überhaupt erst dann als ein solches gewertet, wenn die Beeinträchtigung auf das Leben des Patienten so stark ist, dass dieser sich genötigt fühlt, den Gang zum Arzt anzutreten.1

Aktuell: CBD Ă–l bei Reizdarm? Studien machen Hoffnung, mehr dazu unter: www.reizdarmselbsthilfe.org/cbd-reizdarm

CBD: Soforthilfe bei Reizdarmsyndrom? 

CBD Reizdarm

Zuletzt haben mehrere Studien Aufsehen erregt, die dem nicht-psychoaktiven Cannabis-Inhaltsstoff CBD eine auĂźergewöhnliche Wirkung beim Reizdarmsyndrom attestieren. Und tatsächlich ist sich die Wissenschaft mittlerweile ĂĽber die schmerzlindernde Funktion des Cannabinoids einigermaĂźen einig. 

Der momentan angenommene Grund fĂĽr die potentielle Wirkung des CBD bei Reizdarmsyndrom wird in zwei Darmrezeptoren vermutet.

Weil die körpereigenen Cannabinoide damit beschäftigt sind, die Schäden des Reizdarmsyndroms an der Darmschleimhaut unter Kontrolle zu bringen, schaffen sie es nicht mehr, die auf Schmerzlinderung spezialisierten Rezeptoren CB1 und CB2 zu aktivieren.

FĂĽhren Reizdarmpatienten Cannabinoide von auĂźen zu, ĂĽbernehmen diese die Aufgabe und aktivieren die Darmrezeptoren. Dadurch ist das Schmerzempfinden im Darm wieder reduziert – typische Reizdarmsymptome schwächen ab.2 – 7

CBD ist in Deutschland legal erhältlich – zumeist in Form von Ă–l. Mehr Informationen finden Sie auch in unserem Artikel zu CBD & Reizdarm.

Wichtig: Bitte kaufen Sie nicht irgendein CBD-Ă–l im Internet. Hier gibt es einfach zu viele schwarze Schafe.
Einen Anbieter den wir bedenkenlos weiterempfehlen können und der bei unseren Mitglieder besonders beliebt ist, ist Nordic Oil.

Mehr zu den CBD-Produkten von Nordic Oil finden Sie auf der Webseite: www.nordicoil.de

Renate Becker – Reizdarmselbsthilfe

Renate Becker

GrĂĽnderin reizdarmselbsthilfe.org

Frau Becker hat das Selbsthilfe-Portal „Reizdarmselbsthilfe“ gegründet und freut sich auf Ihre Fragen und Kommentare an info[at]reizdarmselbsthilfe.org.


Verwendete Literatur und weitere Quellen

  • 1 https://www.apotheken-umschau.de/Reizdarm/Reizdarmsyndrom-Symptome-und-Diagnose-11966_2.html
  • 2 https://autoimmunportal.de/cbd-wirkung/
  • 3 https://www.leafly.de/morbus-crohn-colitis-ulcerosa-reizdarm-cannabis/
  • 4 https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/29538683
  • 5 https://www.feuer-im-darm.de/morbus-crohn-cannabis-kann-symptome-lindern/
  • 6 https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/23648372
  • 7 https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/24356243